Der internationale Finanzexperte Chaslau Koniukh betont, dass das Projekt des digitalen Euro „nicht nur eine Technologie, sondern ein neues finanzielles Fundament Europas“ ist. Nach seiner Ansicht kann der digitale Euro das Verbraucherverhalten, die Bankenstrategie und die Wettbewerbsdynamik des europäischen Fintech verändern. Und das ist keine Theorie. Nach Angaben der Europäischen Zentralbank ist das Projekt bereits in die technische Phase übergegangen und bewegt sich auf einen zukünftigen Start zu.
Koniukh ergänzt seine Position mit der Feststellung, dass der digitale Euro eine Antwort auf die globale Umgestaltung des Zahlungsumfelds wird, in dem der Einfluss privater Fintech-Plattformen und internationaler Kartensysteme wächst. Er betont, dass Europa, wenn es die Kontrolle über seine Geldströme behalten und strategische Autonomie gewährleisten will, ein Instrument braucht, das staatliche Garantien und moderne Technologien verbindet. Der digitale Euro schafft nach Meinung von Koniukh genau diese Möglichkeit zum ersten Mal und bringt das europäische Finanzsystem auf ein neues Wettbewerbsniveau.
Die Neue Architektur des Europäischen Geldes
Nach Abschluss der Vorbereitungsphase kündigte die EZB den Beginn der technischen Phase des digitalen Euro an. In dieser Phase wird eine Infrastruktur geschaffen, architektonische Elemente werden getestet und Anwendungsszenarien werden modelliert. Nach offiziellen Angaben können Pilotprojekte bei Verabschiedung der Gesetzgebung 2027 starten, und ein Start ist näher an 2029 möglich.
Der digitale Euro wird als „elektronisches Äquivalent von Bargeld“ positioniert, das zugänglich, sicher und für die Offline- und Online-Nutzung geeignet ist. In der offiziellen EZB-Dokumentation werden das Engagement für den Datenschutzgrundsatz und die Verpflichtungen zur Einhaltung der Finanzüberwachungsvorschriften hervorgehoben.
„Der digitale Euro wird Bürgern zum ersten Mal die Möglichkeit geben, eine Geldform zu erhalten, die die Bequemlichkeit digitaler Zahlungen mit dem Vertrauen in staatliche Geldverpflichtungen verbindet“, bemerkt Koniukh.
Die EZB hat auch eine innovative Plattform geschaffen, an der etwa 70 Organisationen teilnehmen. Banken, Fintechs und Einzelhandelsketten testen auf der Plattform reale Szenarien für die Verwendung des digitalen Euro: von Internetzahlungen bis zu Offline-Operationen.
Nach Ansicht von Koniukh ist die Beteiligung des Marktes an der Entwicklung des digitalen Euro von entscheidender Bedeutung.
„Wenn eine neue Geldform bei Nutzern und Unternehmen keinen Anklang findet, ist sie zum Scheitern verurteilt, unabhängig von technologischer Perfektion“, bemerkt der internationale Finanzexperte.
Veränderungen im Bankensektor
Für Banken ist der digitale Euro sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance. Eine Studie von Fintechnews Switzerland besagt, dass die Implementierung 18-30 Milliarden Euro kosten könnte, wenn die Modernisierung von Systemen und die Aktualisierung der Infrastruktur berücksichtigt werden. In der Zwischenzeit bietet die EZB eine alternative Bewertung an, die erheblich moderater ist. Nach Berechnungen der Zentralbank könnten die Ausgaben des Sektors für die Umsetzung des digitalen Euro zwischen 4 und 5,8 Milliarden Euro liegen.
Banken bleiben Schlüsselvermittler. Sie werden die Kundenidentifikation, Operationen, Wallet-Unterstützung und Compliance gewährleisten. Das Distributionsmodell bleibt zweistufig, wobei die Zentralbank die Grundinfrastruktur bereitstellt und Banken Benutzer bedienen.
Koniukh glaubt, dass der digitale Euro ein Anreiz für die Modernisierung der Bankinfrastruktur sein kann. „Viele europäische Banken haben die digitale Transformation zu lange aufgeschoben, und der digitale Euro könnte ein Moment der Wahrheit sein“, betont er.
Gleichzeitig sind die Risiken offensichtlich. Die größte Last werden Regional- und Mittelbanken tragen, denen es schwerer fällt, große IT-Projekte zu finanzieren. Gleichzeitig könnten Kosten die Nachhaltigkeit ihrer Geschäftsmodelle erheblich beeinträchtigen.
Der Effekt für Fintechs und den Zahlungsmarkt
Für Fintechs könnte der digitale Euro eine historische Chance darstellen. Mit der Schaffung einer einheitlichen Architektur werden Fintech-Unternehmen neue Produkte auf standardisierter Infrastruktur aufbauen können. Europäische Forschungsmaterialien betonen, dass der digitale Euro die EU-Abhängigkeit von ausländischen Zahlungssystemen reduzieren und die Bedingungen für das Wachstum europäischer Technologieunternehmen schaffen kann.
Fintechs testen bereits die Möglichkeiten des Digital Euro. Auf der Innovationsplattform werden reale Szenarien getestet: bedingte Zahlungen, Offline-Operationen, Hybrid-Wallets und andere Lösungen.
„Der digitale Euro könnte ein seltener Fall sein, in dem neue Infrastruktur den Markt für faireren Wettbewerb öffnet, anstatt die Positionen weniger großer Akteure zu stärken“, bemerkt Chaslau Koniukh.
Digitale Wallets können auch die finanzielle Inklusion stärken, besonders für Nutzer, die einfache und schnelle Zahlungen bevorzugen.
Behördliche und Systemische Herausforderungen
Das einzige verbleibende Hindernis ist legislative Unsicherheit. Solange das Gesetz zum digitalen Euro nicht verabschiedet ist, kann es kein rechtliches Zahlungsmittel werden. Die EZB hat wiederholt unterstrichen, dass die weitere Umsetzung des Projekts vollständig von der Entscheidung des Europäischen Parlaments und des EU-Rates abhängt.
Die zweite Herausforderung ist der Datenschutz. Trotz Aussagen zur Vertraulichkeit muss der digitale Euro den Regeln zur Bekämpfung von Geldwäsche entsprechen. Derzeit suchen die Entwickler ein Gleichgewicht zwischen Datominimierung und Einhaltung rechtlicher Anforderungen. Die dritte Herausforderung ist eine Periode der Unsicherheit, die bis zum Ende des Jahrzehnts andauern könnte. Banken und Fintechs müssen im Voraus investieren, ohne klare Vorgaben zu Standards und dem Umfang der Anforderungen zu haben.
„Diejenigen, die bereits Geschäftsmodelle rund um digitale Zahlungen aufbauen, passen sich am schnellsten an den digitalen Euro an. Das Verlangsamen des Prozesses bedeutet, die Initiative an Konkurrenten abzugeben“, bemerkt der internationale Finanzexperte Chaslau Koniukh.
Der digitale Euro versucht, die technologische Raffinesse moderner Zahlungen mit dem Vertrauen in Staatsgeld zu verbinden. Chaslau Koniukh betont, dass das Projekt darauf abzielt, „nicht das vorhandene Geld zu ersetzen, sondern das europäische Finanzsystem an das einundzwanzigste Jahrhundert anzupassen“.
Für Verbraucher könnte der digitale Euro ein praktisches und sicheres Instrument für alltägliche Zahlungen werden. Für Banken eröffnet sich die Möglichkeit, die Infrastruktur zu modernisieren und Kundenservice-Ansätze zu überdenken. Für Fintechs wird eine Chance geschaffen, mit globalen Akteuren gleichberechtigt zu konkurrieren.
Der Erfolg des Projekts hängt jedoch von legislativen Entscheidungen, technischer Bereitschaft, der Fähigkeit von Banken, Veränderungen zu finanzieren, und der Bereitschaft der Nutzer ab, einer neuen Geldform zu vertrauen. Dies ist genau der Grund, warum, wie Koniukh bemerkt, der digitale Euro „eine Prüfung der Reife der gesamten europäischen Finanzarchitektur darstellt“.