Bei einem Notebook mit berührungsempfindlichem Bildschirm hängt die richtige Reinigung vor allem von der Displaybeschichtung, dem Gehäusematerial und der Art der Verschmutzung ab. Meist reichen ein sauberes, weiches Mikrofasertuch und wenig Feuchtigkeit. Sprühe niemals Reiniger direkt auf den Bildschirm und trenne das Gerät vor dem Säubern vom Strom.
Vor der Reinigung das Notebook vorbereiten
Fahre das Notebook vollständig herunter und ziehe das Netzteil ab. Wenn der Akku leicht entnehmbar ist, kannst du ihn zusätzlich entfernen. Ein ausgeschaltetes Display zeigt Fingerabdrücke und Staub besser, außerdem verhinderst du Eingaben über den Touchscreen während der Reinigung.
Warte bei einem warmen Gerät einige Minuten. Wärme kann dazu führen, dass Flüssigkeit schneller verdunstet und Rückstände auf der Oberfläche hinterlässt. Klappe den Bildschirm nicht mit Druck nach hinten und lege das Notebook möglichst flach auf eine stabile, saubere Unterlage.
Das passende Tuch und Reinigungsmittel auswählen
Für die empfindliche Bildschirmoberfläche eignet sich ein fusselfreies Mikrofasertuch. Es nimmt Staub und Hautfett auf, ohne bei vorsichtiger Anwendung harte Kratzer zu verursachen. Ein zweites trockenes Tuch hilft beim Nachpolieren.
Bei leichten Verschmutzungen genügt ein trockenes Tuch. Für angetrocknete Fingerabdrücke feuchtest du eine Tuchstelle mit wenig sauberem Wasser an. Das Tuch darf nur leicht feucht sein und keinesfalls tropfen. Falls der Hersteller ausdrücklich einen geeigneten Bildschirmreiniger erlaubt, beachte dessen Anwendungshinweise und prüfe vorher die Pflegeangaben des Notebooks.
- weiches, sauberes Mikrofasertuch
- bei Bedarf etwas Wasser auf dem Tuch
- ein trockenes Tuch zum abschließenden Wischen
Diese Reinigungsfehler können Schäden verursachen
Reiniger direkt auf das Display sprühen
Flüssigkeit kann an den Rändern in das Display, die Scharniere oder die Tastatur laufen. Selbst wenn nur wenig Spray verwendet wird, lässt sich die Menge schlecht kontrollieren. Gib Flüssigkeit deshalb immer auf das Tuch, niemals auf die Oberfläche des Notebooks.
Glasreiniger, Alkohol oder Scheuermittel verwenden
Glasreiniger enthält je nach Produkt Alkohol, Ammoniak oder weitere Zusätze, die eine Entspiegelung oder Schutzschicht angreifen können. Auch Scheuermilch, Scheuerschwämme und aggressive Haushaltsreiniger sind ungeeignet. Eine zunächst saubere Fläche kann dadurch dauerhaft matt, fleckig oder empfindlicher werden.
Desinfektionsmittel solltest du ebenfalls nicht ohne ausdrückliche Freigabe des Herstellers einsetzen. Die Zusammensetzung ist nicht für jede Beschichtung geeignet, und eine häufige Anwendung kann die Oberfläche verändern.
Zu stark drücken oder trocken reiben
Starker Druck kann die Flüssigkristallschicht und die gleichmäßige Ausleuchtung beeinträchtigen. Beim trockenen Reiben verteilst du Staub außerdem über die Oberfläche und kannst feine Kratzer verursachen. Lege das Tuch locker auf und wische mit geringem Druck.
Küchenpapier, Taschentücher oder raue Tücher benutzen
Papier wirkt zwar weich, kann aber kleine Holzfasern oder raue Stellen enthalten. Diese können auf glänzenden und beschichteten Displays sichtbare Spuren hinterlassen. Weichspülerreste im Waschmittel machen Mikrofasertücher zudem weniger saugfähig und können Schlieren verursachen.
Touchscreen schonend sauber machen
Entferne zunächst losen Staub mit einem trockenen Mikrofasertuch. Wische dabei in geraden Bahnen oder vorsichtig von einer Seite zur anderen. Kreisende Bewegungen sind nicht grundsätzlich verboten, verteilen Fett und Staub jedoch häufig über eine größere Fläche.
Bleiben Fingerabdrücke zurück, befeuchtest du eine Ecke des Tuchs sehr sparsam. Arbeite abschnittsweise und führe anschließend die trockene Tuchseite über die Stelle. Drücke nicht auf einzelne Flecken, sondern wiederhole den Vorgang bei Bedarf mit wenig Feuchtigkeit.
Bevor du das Notebook wieder einschaltest, muss die Oberfläche vollständig trocken sein. Kontrolliere besonders den unteren Displayrand, die Kameraöffnung und den Bereich um die Scharniere. Feuchtigkeit darf dort nicht stehen bleiben.
Tastatur, Rahmen und Gehäuse getrennt behandeln
Der Bildschirm ist empfindlicher als viele Gehäuseflächen. Kunststoffrahmen und Außenseiten kannst du meist mit einem leicht angefeuchteten Mikrofasertuch abwischen. Auch hier gilt: Flüssigkeit gehört auf das Tuch, nicht auf das Gerät.
Für die Tastatur eignet sich zunächst ein trockenes Tuch oder ein weicher Pinsel, mit dem du Krümel vorsichtig aus den Zwischenräumen löst. Drehe das Notebook nicht ruckartig um und drücke keine Flüssigkeit zwischen die Tasten. Falls eine Taste klebt, sollte die Ursache zuerst geklärt werden, bevor du mit einem Reinigungsmittel arbeitest.
Bei Metallflächen können aggressive Mittel Flecken oder Veränderungen der Beschichtung hinterlassen. Auf lackierten oder gummierten Oberflächen ist besondere Vorsicht nötig, weil Lösungsmittel die Oberfläche anlösen können.
So gehst du bei hartnäckigen Flecken vor
Getrocknete Fingerabdrücke oder leichte Fettrückstände lassen sich meist durch wiederholtes Wischen mit einem leicht feuchten Tuch entfernen. Lass die Stelle nicht lange einweichen und kratze Rückstände niemals mit dem Fingernagel, einer Karte oder einem harten Gegenstand ab.
Bei unbekannten Flecken testest du die Methode zuerst an einer unauffälligen Stelle des Rahmens. Verändert sich die Oberfläche, entstehen Schlieren oder löst sich eine Beschichtung, brichst du die Reinigung ab. Bei klebrigen Rückständen, Flüssigkeit im Gerät oder sichtbaren Verfärbungen ist eine fachkundige Prüfung sicherer als weitere Hausmittel.
Nach der Reinigung die Oberfläche prüfen
Siehst du im ausgeschalteten Zustand noch Schlieren, wische mit der trockenen, sauberen Tuchseite nach. Kontrolliere danach, ob Touch-Eingaben überall erkannt werden und ob keine Feuchtigkeit an den Rändern zurückgeblieben ist. Funktioniert der Bildschirm nach einer verschütteten Flüssigkeit nicht mehr richtig, schalte das Notebook aus und nutze es erst wieder, wenn die Ursache geprüft wurde.
Für die regelmäßige Pflege genügt es, Fingerabdrücke zeitnah zu entfernen und Staub nicht mit starkem Druck wegzureiben. Bewahre das Reinigungstuch getrennt von Schlüsseln, Werkzeugen und anderen rauen Gegenständen auf. So gelangen beim nächsten Wischen keine harten Partikel auf die empfindliche Oberfläche.
Häufige Fragen zum Reinigen von Notebook-Touchscreens
Kann ich einen Touchscreen mit einem Bildschirmreiniger reinigen?
Das ist nur sinnvoll, wenn der Hersteller des Notebooks oder des Reinigers die Anwendung für beschichtete Displays ausdrücklich erlaubt. Prüfe die Pflegehinweise und gib das Mittel immer auf ein Tuch, damit keine Flüssigkeit in den Displayrand oder andere Öffnungen gelangt.
Wie entferne ich klebrige Rückstände vom Touchscreen?
Versuche zunächst, den Rückstand mit einem kaum angefeuchteten Mikrofasertuch in kleinen Abschnitten zu lösen. Verwende keine Klinge, Plastikkarte oder Lösungsmittel, weil dadurch die Beschichtung verkratzt oder angegriffen werden kann; bleibt der Fleck bestehen, ist eine fachkundige Prüfung sicherer.
Wie oft sollte ich den Touchscreen eines Notebooks reinigen?
Eine feste Reinigungsfrist ist nicht nötig, weil die Häufigkeit von der Nutzung und der Verschmutzung abhängt. Entferne Fingerabdrücke möglichst zeitnah mit einem trockenen oder leicht feuchten Mikrofasertuch, statt sie durch häufiges kräftiges Reiben zu behandeln.
Was mache ich, wenn nach dem Reinigen Schlieren sichtbar bleiben?
Warte, bis die Oberfläche vollständig trocken ist, und poliere sie anschließend vorsichtig mit einer sauberen, trockenen Tuchseite nach. Entstehen die Schlieren erst nach der Verwendung eines Reinigers oder verschwinden sie nicht, solltest du kein weiteres Mittel auftragen, da die Beschichtung bereits beeinträchtigt sein könnte.
Was ist zu tun, wenn Flüssigkeit in den Touchscreen oder die Tastatur gelangt ist?
Schalte das Notebook sofort aus, trenne es vom Netzteil und entferne den Akku nur, wenn das ohne Risiko möglich ist. Verwende es nicht weiter und lasse die Flüssigkeit von einer Fachwerkstatt prüfen, weil auch scheinbar geringe Mengen später zu Funktions- oder Korrosionsschäden führen können.